Tschüss Sommer! Die Herbst- und Wintersaison geht wieder los!

Die alte Saison ist Geschichte. Eine Saison, mit der ich unterm Strich sehr zufrieden sein kann. Zwar gelang es mir nicht eine neue persönliche Bestzeit aufzustellen, dafür konnte ich aber mehrfach zeigen, dass meine Leistungen sich auf einem 35 Minuten Niveau eingependelt haben. Meiner Meinung nach, ist das der richtige Schritt in Richtung Sub35. Ich konnte zwar schon einmal eine 34er Zeit laufen, möchte aber gerne auch hier ein bisschen konstanter werden. Die 10km sind für mich im Moment eine Distanz von besonderer Bedeutung. Für einen richtig guten Halbmarathon fehlt mir im Moment einfach die Lust, längere Dauerläufe zu machen. Einen flotten 10 km Lauf kann man immerhin auch noch mit einem guten 50-60 km Training pro Woche machen, so wie es die letzten Monate bei mir der Fall war.  Meine Wettkampfresultate aus 2019 zusammengefasst (Januar-Sep) sahen so aus:

Drelsdorf 10 k                            36:26

Straßenlauf Viöl                         35:11

Stadtwerkelauf Niebüll             35:20

LM Kaltenkirchen                       36:05

Alsterlauf                                     35:23

DM 10 km Siegburg                   35:31

 

Als ich 2012 mit dem Laufsport anfing, schaute ich mit Bewunderung zu Karen Paysen auf. Wie konnte man nur so schnell sein? Heute bewundere ich sie dafür, dass sie selbst nach so vielen Jahren trotz Familie und Beruf eine Größe im Laufsport geblieben ist. Viele haben einen anderen Weg eingeschlagen, sich müde trainiert oder sind viel zu früh verstorben. Diese Konstanz hat besonderen wert, denn sie legt eben nicht alles aufs Laufen aus,  macht Trainingscamps oder gestaltet ihr Umfeld professioneller. Ich muss mich immer noch daran erinnern, dass das, wovon ich einmal nicht im Traum gedacht hätte, nun Realität ist und dafür sollte man dankbar sein. Man muss sich nicht jedes Jahr steigern müssen, um voran zu kommen. wichtig ist auch, dass der Körper sich langsam daran gewöhnen kann schnell zu laufen. Das Laufen sollte kein zusätzlicher Stressfaktor im Leben sein, sondern beflügeln. Dies ist auch ein Grund, warum ich daran festgehalten habe, keine Trainings zu dokumentieren oder nach Plan zu trainieren. Mein Körper signalisiert mir recht gut, wann es zu viel wird und wann es an der Zeit ist Gas zu geben.

Ich glaube, dass der Körper eine Menge Signale sendet, man muss nur in sich hineinspüren. Ich habe im letzten Wettkampf selber erleben "dürfen" was es bedeutet, mental nicht bereit zu sein. Mein Körper hat sich mit allem gewährt, was ging, so dass der Lauf am Ende fast in einem Zusammenbruch hinter der Ziellinie endete. Traurig, aber vielleicht auch mal wichtig diese Art der Erfahrung gemacht zu haben. Mein Fazit: Ich werde nie, nie wieder an der Startlinie von einem Halbmarathon stehen, wenn ich psychisch und körperlich ausgelaugt bin.

Ein weiteres eindeutiges Signal bei Frauen ist, wenn die Periode ausfällt. Spätestens dann sollte man sich Gedanken machen, ob man sich selbst im Training zu viel stresst oder Dinge von dem Körper abverlangt, die zu hart sind. Definitiv ist es von der Natur nicht so gewollt und man sollte in diesem Fall sehr gewissenhaft mit sich umgehen. Ich selbst bin von diesem Phänomen bisher verschont geblieben und führe dies auch auf eine sehr hochwertige Ernährung zurück. Das bedeutet, dass ich sehr sehr wenig Industriemüll esse, also keine leeren Kohlenhydrate. Ich glaube nicht daran, dass der Körperfettgehalt einer Frau vorwiegend dafür verantwortlich ist, dass die Periode wegfällt. Mein Körperfettgehalt liegt bei 13 Prozent (Ungenauigkeiten können natürlich vorkommen).  Vor allem esse ich jedoch auch sehr fettreich- ein Stoff, der wichtig ist, um die Prozesse im Hormonsystem zu regulieren. Jede Läuferin, die sich fettarm ernährt und Probleme mit ihrer Periode hat, sollte sich das unbedingt zu Herzen nehmen.

 

In den Herbstferien hatte ich Zeit wieder neue Energie zu sammeln und in meinem Lieblingsterrain zu trainieren. Glücksburg ist so wunderschön für Sportler und ich habe wieder fleißig Höhenmeter sammeln können. Mein Ziel ist es, in Drelsdorf im nächsten Jahr wieder trainierter und fitter am Start zu stehen. Das letzte Jahr war leider geprägt von vielen Kleinigkeiten, die irgendwie dazwischen gekommen sind. Seit ich in der Schule arbeite, habe ich mich oft mit irgendwelchen Krankheiten angesteckt und ich bin guter Dinge, dass sich das mit der Zeit nur bessern kann. Meine Vorbereitung für Drelsdorf in diesem Jahr stand mit einer dreiwöchigen Erkältung zuvor unter keinen guten Stern. Vor dem Halbmarathon musste ich mir zudem einen Leberfleck entfernen lassen und durfte deswegen 5 Tage nicht laufen. Ich habe selber wirklich gehofft, dass die Aktion gut geht, aber dennoch lief ich dann Saisonbestleitung in 1:18:22 h. Mit etwas mehr Training ist da sicher noch Luft nach oben.  Ich hatte in diesem Jahr zweimal das Pech, dass bei Meisterschaftsrennen (LM und DM 10km) mir meine Hormone das Leben deutlicher schwerer gemacht haben. Dass ich bei der DM überhaupt ins Ziel komme, hätte ich selber nicht unbedingt gedacht, als ich Opfer meiner Hormone wurde. Aber so ist es nun  mal, und da es für mich nicht in Frage kommt Hormone zu nehmen, um den Zyklus zu steuern, muss man es nehmen, wie es kommt.

 

Am Sonntag geht es dann zum ersten Herbstlauf in der Saison. Der Eiderlauf hat für Pascal ja quasi Tradition und ich freue mich einfach darauf den Lauf genießen zu können. Mein Training ist im Moment deutlich betont auf Kraftausdauer und somit ideal für so eine profilierte Strecke. Dass mein Körper wieder zu alter Stärke zurückgefunden hat, freut mich und ich denke, dass sich auf der Form gut aufbauen lässt. Heute bin ich im Training einen 10 km TDL gelaufen mit 130 Höhenmeter und komplett aus einer Low Carb Phase heraus. Das Resultat von 39:20 min ist für mich mit Abstand das Schnellste, was ich auf so einer Strecke mal aus dem Training alleine und ohne Kohlenhydrate und ohne Wettkampfschuhe hinbekommen habe. Das Wichtigste ist aber, dass es so viel Spaß macht, durch das Herbstgestöber zu laufen, auch, wenn es im Moment recht windig ist und man auch den einen oder anderen Regenschauer abbekommt.