2018. Ein Resümee

Dezember- Zeit das Jahr Revue passieren zu lassen. Noch nie in meinem Leben bin ich in einem Jahr mit so vielen Höhen und Tiefen konfrontiert worden. 2018 begann im Rausch, Umzug nach Glücksburg, die Stadt meiner Träume. Ich liebe Glücksburg einfach so sehr, weil es alles bietet was das Sportlerherz begehrt. Außerdem bin ich immer wieder erstaunt wie offen, freundlich und  kommunikativ die Menschen dort sind. Ich werde oft auf meine sportlichen Ambitionen an der Kasse von Edeka angesprochen, bekomme Komplimente für meinen Laufstil und die angebliche Leichtigkeit während des Laufens.

Solche Komplimente motivieren mich und ich freue mich darüber immer sehr. Es gibt auch immer wieder lustige Geschichten, die man erzählen könnte.

Vor einigen Wochen habe ich einen Batzen Geld auf dem Gehweg gefunden, den ich bei der Poilzei abgeben wollte. Als der Polizist meinen Ausweis mit meinem Namen betrachtete, fragte er mich ob wir uns dienstlich kennen würden oder, ob ich häufiger etwas mit der Polizei zu tun hätte, weil der Name ihm geläufig wäre. Zum Glück habe ich nie etwas mit der Polizei zu tun, so dass ich beides verneinen konnte. Letzendlich kannte er meinen Namen aus der Zeitung. 

 

Im Januar und Februar stand ich dort mit meinen Drelsdorf-Läufen oft drin. Das Jahr begann toll in Drelsdorf, ich bin überraschend PBs gelaufen mit 34:50 über 10km, 53:36 über 15km und anschließend der Halbmarathon in 1:16:25 h. Damit hätte ich nie im Leben gerechnet, da meine Trainingsumfänge (bis auf eine Ausnahme) im November und Dezember immer zwischen 60-80 km/w lagen.

Es folgte ein ruhiger & sonniger Frühling, den ich wirklich genoßen habe. Wir hatten mit Schwimmen, Segeln, SUP und Windsurfen einfach den idealen Sommer für solche Wassersportveranstaltungen. Ich möchte mich auch nochmal an dieser Stelle bei meinen Sportdozenten bedanken, dass sie ein so schönes letztes Semester gestaltet haben, das ich ganz sicher nie vergessen werde! Überschattet wurde das letzte Semester aber leider auch durch eine (im nachhinein) langwierigen Sportverletzung, auf die ich an dieser Stelle nicht nochmal eingehen möchte. 

Mein Masterabschluss im Juli hätte mein Highlight sein müssen, aber irgendwie konnte ich mich nicht so wirklich darüber freuen. Ich mochte das Unileben sehr, nicht, weil ich dann faule  Studentin sein konnte, sondern, weil ich einfach sehr gerne zur Uni gegangen bin. Ich kann bis heute nicht verstehen, warum 90% der Studenten ein Sportvorlesung eines Sportproffessors regelmäßig schwänzen (der wirklich lebendig vortragen kann!) , nur weil keine Anwesenheitspflicht besteht und die Veranstaltung um 8 h morgens beginnt. Warum dann Sport studieren? 

 

Zwei Tage nach Beendigung des Studiums brach meine Welt  zusammen, weil mein Hund unerwartet gestorben war. Schon merkwürdig, auf welche Art und Weise sich ein Kreis schließt und ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Von diesem Schock habe ich mich bisher emotional nicht wirklich erholt, auch, wenn ich weiß, dass er es jetzt wohl besser hat.  Bis heute ist es für mich seltsam alleine spazieren zu gehen und er fehlt mir so sehr. 

 

Nicht einmal einen Monat später stand unsere Strandhochzeit an- ein absolutes Gefühlschaos. Der Sommer war für mich als "Eskimo" zermürbend heiß. Ende September nahm ich einen Job in Hamburg an und mischte mich nach meiner Verletzung auch mal wieder ins Wettkampfgeschehen. Beim Alsterlauf konnte ich immerhin nach 35:42 min ins Ziel rennen, was mich selbst überraschte. So richtig in Fahrt kam ich danach aber nicht wirklich, der Grand 10 endete mit einem DNF, nachdem wir Mitte Oktober in Berlin nochmal 25 Grad bekommen haben.  Anfang Dezember nahm ich einen zweiten Job in Hamburg an, der mir sehr gefällt , deswegen pendle ich viel zwischen Glücksburg und Hamburg. Im Moment habe ich leider nicht so viel Zeit zum Laufen wie bisher im Studium, so dass ich Montag und Mittwoch gar nicht trainiere. Ich kann mich aber sehr gut damit arrangieren, denn ich lebe ja ohnehin nach der Philosophie "weniger ist mehr". 

 

Vor rund zwei Wochen ergab sich, dass ich wegen des Referendariats ab Februar nun vorerst komplett nach Hamburg gehen werde- Glücksburg wird aber meine Heimat bleiben und ich werde dort regelmäßig hin zurückkehren.

Mit dem Vereinswechsel zum TSV Glücksburg 09 will ich nochmals unterstreichen, wo ich hingehöre. Mein Jahr war aber vor allem derartig turbulent und kräftezehrend, dass der Leistungssport für mich im Moment nur an hinterer Stelle steht. 5 Jahre lang habe ich zusätzlich zu meinem Studium, das mich nicht so sehr gefordert hat, als das ich ausgelastet gewesen wäre, gut trainiert, mich sportlich ausprobiert und meinen Weg auch gefunden.

Mal habe ich nach Plan trainiert, die letzten beiden Jahre nach Lust und Laune, aber ambitoniert. Immer unter der Vorraussetzung sich nicht körperlich ins Abseits zu trainieren. Ich denke das ist mir gut gelungen und das werde ich auch weiterhin so machen. Ich brauche aber erstmal Zeit mich in meiner neuen Lebenssituation einzufinden und werde deshalb den Leistungssport für die nächsten Monate weiter hinten anstellen, keine Kilometer zählen und auch nur punktuell mal einen Wettkampf mitmachen. 

 

Ich laufe im Moment 50-60km /w, mache Power Yoga und schwimme ein bisschen. Ich werde sehen auf was ich die kommenden Monate Lust habe. Leider hat mich Ende Dezember eine Mandelentzündung in Kombination mit einer Bronchitis ausgeschaltet, weshalb ich leider 10 Tage Sportpause machen musste. Das war sehr schade, da ich mich eigentlich bis dahin ganz gut auf den anstehenden Wettkampf in Oeversee vorbereitet hatte und die Trainingszeit in Glücksburg eigentlich effektiv nutzen wollte um Weihnachten herum.  Da aber mein Hausarzt mir erklärte, dass die Bakterien einer Mandelentzündung genau diejenigen wären, die den Herzmuskel beim Sport schädigen können, habe ich lieber einen sehr vorsichtigen Einstieg ins Laufen gemacht. Insofern werde ich, sollte ich tatsächlich in Drelsdorf laufen, nicht in guter Verfassung sein und den Lauf einfach mal so als Reiz mitnehmen. 

 

Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen und hoffe daraus bald wieder ganz viel positive Energie für den Sport herausziehen zu können. ❤