20 Grad mehr

...waren es am Sonntag beim Lauf "Rund um das Bayer-Kreuz" in Leverkusen. Für meinen Geschmack fast 10 Grad zu viel, wenn man bedenkt, dass ich in der Vorbereitung die ganze Woche über bei -7 bis -11 Grad (in Hamburg) gelaufen bin.

Nichtsahnend durch das Schneechaos

Seit Mittwochabend bahnte sich schon ein Schneechaos in Flensburg und Umgebung an. Nichts ahnend, und das Handy noch unwissendlich im Flugmodus geschaltet, begab ich mich am Donnerstagmorgen um 7:30h in meine Laufklamotten, um die Morgenluft zu genießen.... aber hey, warum schreibt mir denn eigentlich niemand? Sonst habe ich morgens mindestens schon zwei Nachrichten auf dem Handy und dieses Mal lief ich ein wenig irritiert und ohne einen blassen Schimmer, was noch folgen würde, los. Die Autos fuhren vorsichtig, da es nicht wenig geschneit hatte, aber die Hauptwege waren auch okay zum Laufen, so dass meine Laufrunde nicht besonders spannend war, aber sie erfüllte ihren Zweck.

Zuhause angekommen bemerkte ich, dass sich mein Handy noch im Offline Modus befand und kaum stellte ich es um auf online, schon kamen gefühlte 1000 Nachrichten. "Schulfrei", schneefrei", "sauglatt" "bloß nicht wegfahren" und besorgte Nachrichten meiner Mutter, warum ich nicht antwortete waren das Resultat aus der Aktion. Okay, Flensburg hatte es um einiges härter getroffen als Glücksburg. Dort war es im Vergleich noch harmlos und kein Grund zur Sorge.

Ich war bloß laufen und irgendwie hatte ich das Ausmaß aller Dinge nicht ganz wahrgenommen. Das passiert also, wenn man sich mal an einem frühen Morgen von der Welt und jeglichen Medien (ausversehen) abschottet :-)  Fast war ich neidisch auf die Schüler und auf das Gefühl, wenn man erfährt, dass man schneefrei hat.

Mein Lauf am Freitag morgen fand zusammen mit Pascal in Hamburg statt und war nicht weniger kalt (-11 Grad) nur mit kaum Schnee. Wäre ich in Glücksburg geblieben, wäre es definitiv Zeit gewesen meine Langlaufskier mal wieder hervorzukramen! Irgendwie auch schade.

Anschließend packten wir unsere sieben Sachen, um in Richtung Düsseldorf aufzubrechen, wo wir auch übernachteten. Ein Zimmer Richtung Hauptverkehrsstraße von Düsseldorf, das hat man doch gerne zwei Tage vor einem Lauf. Hilfe, wie soll ich da schlafen mit - kurioserweise- nur einem Ohropax in der Kulturtasche? Irgendwie überstanden wir die beiden Nächte.

 

Die Beiden aus der zweiten oder dritten Reihe

Der Sonntag wurde warm. Noch völlig begeistert von dem 6-Pfoten-Lauf holten wir unsere Starunterlagen. Die Sonne war noch nicht da. Die Temperaturen stiegen auf 8 Grad. Beim Einlaufen wurde es langsam wärmer und die Sonne ließ sich ab und zu mal blicken. Pünktlich zum Start hatten wir dann volle Sonne. An der Startlinie wurde es dann nochmal herrlich witzig. Das ist eigentlich nix ungewöhliches, wenn man auf Victoria aus Berlin trifft. Sie ist so ein Sonnenschein und wenn man etwas Zeit mit ihr verbringt, dann muss man einfach gute Laune kriegen! Der Moderator stellte ein paar Athleten vor. Victoria und ich standen in der zweiten oder vielleicht auch dritten Reihe und tauschten uns darüber aus, wie unangenehm das ist, nach vorne zu kommen, wenn der Moderator einen vorstellt. Wir hatten ja beide keine Ahnung, dass wir die Nächsten sein würden, die er aufruft. Vici als Vorjahres-Zweite und ich als weitgereiste Athletin aus Flensburg. Okay, einmal Hand heben reicht ja wohl, wir würden uns jetzt nicht aus den hinteren Reihen an die Front drängen um "Hallo" zu sagen :-

20 Grad Temperaturunterschied und der Kampf um Platz 3

Die Temperaturen stiegen an, mit meiner Kleiderwahl lag ich voll daneben und das Bedürfnis kam mir während des Laufens einfach das Shirt vom Leib zu reißen. Das waren gut 20 Grad mehr, als an den Tagen davor. Mein Körper ist immer sehr sensibel, was Wetterumschwünge angeht und ich brauche immer ein paar Wochen, um mich zu aklimatisieren. Irgendwie würde ich das schon überstehen. Katharina und Denise hatten schon nach kurzer Zeit einen guten Vorsprung, so dass ich mit Victoria um Platz 3 kämpfte. Die ersten 5km sind wir noch recht flott unterwegs gewesen und auf der zweiten Hälfte sind wir beide kontinuierlich langsamer geworden. Ich merkte, dass sie genauso Probleme hatte wie ich das Tempo hoch zu halten. Irgendwann bei 7km konnte ich mich dann absetzen und mich noch auf Platz 3 retten. Zeitlich (35:42 min) hatte ich im Vorwege ein wenig mehr erwartet, bin aber glücklich über meine Platzierung! Man kann eben nicht immer alles kriegen, was man sich vornimmt und somit hat sich die Reise nach Leverkusen trotzdem voll und ganz gelohnt. Noch schöner war es, dass der Moderator ein gebürtiger Schleswiger ist und Pascal und mich besonders herzlich in Empfang nahm! Nochmal ein dickes Danke dafür!

 

Die Fotos stammen von Achim Fuchshuber.