#eiskaltdurchgezogen

Saukalt- das war das Motto des gestrigen Laufs in Drelsdorf. Die Wetteraussichten waren prima: sonnig, kein Wind und eventuell ein wenig glatt. Wie sich herausstellen sollte war die Prognose -eiskalt- falsch vorhergesagt. Man kann nicht immer Glück haben mit dem Wetter.

Ich habe den 2. Lauf der Drelsdorfer Winterlaufserie bereits sehr ersehnt. Das Training zwischendrin war ok, aber bis auf eine sehr gute Tempoeinheit über den Bremsberg (2x 2,5km Vollgas bergauf bzw. bergab) habe ich gefühlt keine Berge mehr versetzen können im Training- aber das ist okay und völlig normal, wenn man im Wettkampf am Wochenende alles aus sich herausgeholt hat. Somit habe ich mich in einen halben Schongang versetzt- ich will mich nicht übertrainieren und die Läufe in Drelsdorf sind Trainingsreize genug!

Mit 50 km/h nach Drelsdorf : Hilfe, wir sehen nix mehr!

Am Samstag Abend luden wir Tim und Ute in unsere Wohnung ein zum gemeinsamen Essen (es gab unser Wettkampfessen). Wir hatten einen wundervollen Abend mit dem Fazit: Morgen wird das Wetter optimal zum Laufen! Dachten wir ehrlich. Aber am nächsten Tag belehrte uns der Wettergott des Besseren, als wir voll mit Motivation im Gepäck (und schnellen Nikes) in Drelsdorf gemeinsam mit Ute anreisten. So dichter Nebel? Der geht noch weg, davon war zumindest ich überzeugt! Eines vorweg: Er ging natürlich nicht weg. Als ich irgendwann mal zu Pascal meinte, ich hasse es, wenn man eine Laufstrecke schon vorher kilometerweit einsehen kann, hat der Wettergott wohl ein offenes Ohr gehabt....aber dass man nur noch 50m der Laufstrecke sehen kann, so war das nicht von mir gemeint :-) Naja, egal. Man kann ja auch  nicht immer Idealbedingungen erwarten und dann war mir sowas lieber als ein 30 Grad Sommertag.

Es lief schon mal fluffiger...

Beim Einlaufen merkten wir, dass die Strecke stellenweise etwas rutschig war, insbesondere in den Kurven war vorsicht geboten, aber ansonsten war die Strecke ganz gut laufbar. Das macht die Organisation in Drelsdorf immer hervorragend. 

Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit war das Laufen deutlich weniger fluffig als beim 10km Rennen. Das soll nicht bedeuten, dass ich mich beschweren will, meine Zeit hat mich mehr als zufriedengestellt. Aber ich musste richtig hart für die Zeit kämpfen und mich immer wieder selbst motivieren. Meine Hände sind auf den ersten 3 Kilometern sowas von abgefroren (die ersten 3 km war Gegenwind, bzw. Seitenwind) und mein Körper hat es erst geschafft beim Rückenwindabschnitt die Hände warm zu bekommen. Als ich mich auf der letzten Runde auf der Strecke alleine wiederfand meldete sich der Kopf. "Hey, warum so schnell heute? Man muss doch nicht immer alles geben." Immer dieses Kopfkino! Ich wollte aber auch nicht, dass die Jungs mich wieder kriegen, die ich mühsam auf der Strecke nach und nach eingesammelt habe.

Am Ende habe ich wirklich alles gegeben um mich für den Halben in 2 Wochen realistisch einschätzen zu können. Ich denke, dass ich mit 53:36 min mehr als zufrieden sein kann, denn damit konnte ich sogar den Streckenrekord um fast genau eine Minute verbessern, dieser stand bei 54:40 schon seit 1990. Das macht mich auf jeden Fall ein bisschen stolz! Nun blicke ich gespannt und optimistisch auf den Halbmarathon, wo mich Pascal unterstützen wird! Wie schnell es werden wird? Ich denke das ist abhängig von den Bedingungen und vom Kopf. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, ebenfalls den Streckenrekord zu rennen. Ob das klappt? Ich halte euch auf dem Laufenden!