Drelsdorf 10km

Selten bin ich so motiviert in ein Rennen gegangen wie dieses Jahr bei dem Start der Winterlaufserie in Drelsdorf. Zum Einen wurde ich letztes Jahr verletzungsbedingt ausgebremst, was bei mir insbesondere im Winter schwer zu verkraften ist, und zum Anderen habe ich seit Dezember qualitativ richtig gut trainieren können. Die guten Wetteraussichten haben dann ihr übriges getan und waren das Sahnehäubchen für einen mehr als perfekten Einstieg in die Saison 2018!

Nun ist das Rennen seit heute auch schon wieder 7 Tage her und ich komme endlich mal dazu etwas über das Rennen zu schreiben. Wo also beginnen? Wir - das sind Pascal, Ute und ich, sind am Sonntag in der Früh gemeinsam nach Drelsdorf gefahren mit dem Ziel die aktuelle Form über 10km zu testen. Mein Plan war es meine PB zu schlagen, am besten natürlich mit einer Zeit unter 36 Minuten. Wie bereits erwähnt stimmten alle äußerlichen Bedingungen perfekt. Außerdem war mein Training im Dezember auch sehr gut. Ich habe zwei 90km Wochen kombiniert mit zwei 70km Wochen, wobei ich dort den Fokus stark auf Tempotraining gelegt habe. Meine Topeinheit war 4x1000m gesteigert von 3:15-3:09 mit 2 Minuten Pause zwischen den Intervallen (nicht auf der Bahn, sondern auf einer welligen Straßenrunde). So eine Art von Training schlägt bei mir hervorragend an. Diese und andere ähnliche Einheiten haben mir ein gutes Selbstvertrauen für das anstehende Rennen gegeben. Ute war auch heiß auf eine neue PB (und auch längst überfällig :)) und Pascal kann mittlerweile den kalten Winterläufen auch etwas Gutes abgewinnen.

 

Der Kurs in Drelsdorf hat es teilweise echt in sich: gestartet wird im Karkenweg, von dort aus geht es erstmal ein kleines Stück bergab, dann wieder einiges bergauf und nach dem ersten Kilometer dann langgezogen bergab. Dieser Abschnitt ist ganz angenehm zu laufen und wer sich hier ausruht, der hat einges verschenkt. Die letzten beiden Kilometer muss das Ganze dann auch wieder bergauf gelaufen werden, wo man eigentlich vom Schnitt her nur verlieren kann. Den Kurs also optimal zu laufen ist das A und O!

Der erste Kilometer gestaltete sich mit 3:20 min/km schon recht gut, wobei ein schneller erster Kilometer bei mir auch keine Seltenheit ist! Der zweite Kilometer war jedoch mit 3:22 kaum langsamer, da es bergab ging und ich bergab auch gerne mal richtig durchpowere. Langsam lief ich auf Henrik Schwalbe auf, was mich zu dem Zeitpunkt noch selbst überraschte. Wenn ich da dran bleiben könnte, dann wäre das einfach nur richtig cool. Meine Beine meinten es jedoch gut mit mir an diesem Tag und ich zog irgendwann an ihm vorbei. Vielleicht hat er heute einen schlechten Tag, dachte ich mir. Nach vorne hatte sich männertechnisch das Feld leider schon sehr ausgedünnt. Nach einer Durchgangszeit bei 5km von 17:15 min überholte mich Tim Sommer, der ursprünglich eine ähnliche Rennplanung (Sub 36) hatte wie ich.  Ich konnte selbst kaum glauben was ich dort auf der Uhr sah. Ich verdoppelte die Zeit und war mehr als überrascht, dass ich so deutlich sogar unter Sub 35 Kurs war. Dafür fühlte ich mich noch richtig gut und es wuchs die Hoffnung auf der zweiten Runde, dass es tatsächlich eine solche Zeit werden konnte. Der Gedanke beflügelte mich nahezu und ich lief die folgenden beiden Kilometer nochmals in 3:29 bzw. 3:22. Tim war immer konstant etwas vor mir, so dass ich leider nicht Windschatten laufen konnte, somit war ich irgendwie auf mich alleine gestellt. Ich versuchte mich zu motivieren das Tempo hoch zu halten und am Berg nicht im meine Wohlfühlpace zu verfallen, was einfach super schwer ist wenn man alleine unterwegs ist. "Du bist schon so weit gekommen, verschenke nicht so viele Sekunden auf den letzten beiden Kilometern...". Die letzten beiden Kilometer waren dann 3:37 bzw. 3:35, was für das Streckenprofil wirklich alles war, was zum Ende noch ging.

Der eigentlich Plan war, dass Pascal mich ca. 700 m vor dem Ziel nochmal richtig bis ins Ziel anfeuert und mitläuft. Daraus wurde nur leider nix, da ich ihm erzählte, ich würde ca. 36 min brauchen :-) Pech gehabt. Somit kam er mir 200m vor dem Ziel entgegen und tat alles um mich zu pushen. Im Ziel fragte er mich  "was bist du gelaufen?". Er konnte es selbst gar nicht glauben, was die Anzeige zeigte und dachte mit der Anzeige stimmte irgendwas nicht. Mit 34:50min bin ich überglücklich und glaube, dass dieses Jahr läuferisch ein gutes werden wird. Ute kam in 38:50 nur 50 Sekunden hinter Karen Paysen ins Ziel, die widerrum Landesrekord in der W45 lief.  Pascal schrammte nur wenige Sekunden am Landesrekord der M35 vorbei.

 

Ich bin gespannt wie der 15km Lauf läuft und von da an werde ich weiter planen für den Halbmarathon. Mit mehr als 100 Höhenmeter wird das ein hartes Ding, aber von den Glücksburger Trainingseinheiten bin ich Hügel sehr gut gewohnt. Meine 10km Runde dort kommt auf über 80 Höhenmeter. Einige Steigungen haben es wirklich in sich, doch ich würde die nicht missen wollen. Bis dahin gutes Training!