Gedanken zum Herbstanfang Teil 2: Über K.O Läufe, Nüchterntraining & Mallorcawärme

Dass 3km keine 10km sind oder gar ein Halbmarathon, ist mir nach dem Inselparklauf dann auch klar geworden. Anscheinend war ich bei diesem Lauf irgendwie weit über meine natürliche Grenze gegangen, zudem ist das Tempo eines 3km-Laufs auch erstmal eine ungewohnte Belastung. Diese Erkenntnis dauerte jedoch einige Tage, man könnte auch von Wochen reden. Ich hatte geplant, mich nach dem Lauf noch ein paar Wochen auf die 10km DM vorzubereiten.  Beim Laufen hatte ich aber leider schwere Beine und dieser Umstand wurde auch 10 Tage nach dem Wettkampf nicht besser. "Komplett übersäuert" war dann die Diagnose, die ich mir im Prinzip schon selbst gestellt habe. Angefangende Tempoläufe endeten im nix, weil ich einfach die Beine nicht hoch bekam. "Du machst total kleine Schritte" war dann der Kommentar von Pascal, der mich während eines geplanten Tempolauf ins Grübeln brachte. Wie konnte das nur sein? 

 

Mallorca Blues in running shoes

Ich dachte mir, dass es bis zum Mallorca Urlaub sicher besser sein sollte. Das war es dann tatsächlich auch, denke ich. Die Schwere in den Beinen wurde ich jedoch nicht los. Da half auch keine "in-den Pool-springen" Aktion nach dem Laufen.  Solche Aktionen sollten übrigens gut durchdacht sein, vor zwei Jahren ist Pascal voller Euphorie und Freude, dass es ins kühle Nass geht, mit meinem Handy in der Hose baden gegangen ;-)

Generell sind die Einheiten auf Mallorca tough, am Nachmittag laufen ist viel zu warm und spät am Abend geht auch nicht, wenn man gut am Buffet zugelangt hat- also möglichst früh morgens laufen. Heißt bei Pascal: Noch vor dem Frühstück, von dem Bett praktisch in die Laufschuhe. Das ist gar nicht mein Ding, aber zu zweit kann man sich ja morgens um 7 dann doch motivieren. Wir hatten uns außerdem überlegt, mal einen etwas schnelleren Lauf zu machen, ich will ja Pascal auch nicht chronisch unterfordern und er hat schließlich auch Ziele. Also hieß es für mich Zähne zusammenbeißen und "hinten dran bleiben". Das Wetter war schon warm, aber für Mallorca Verhältnisse noch angenehm. Die Strecke fing flockig an, etwas Sand, aber flach. Dann ging es eine Landstraße, die zum Glück an einem Sonntagmorgen um 7 Uhr noch nicht viel befahren war. Eine lange und steile 500m Steigung war mir bekannt. An dem Punkt war ich eigentlich fertig und hätte auch schon gut aufhören können.  Ich fühlte mich auch nach 6km immer noch nach wieder zu Bett gehen, weniger nach Sport und fragte mich, was um alles in der Welt wir hier eigentlich machen?

Pascal kam auf die Idee, die Landstraße noch ein paar Kilometer weiter zu laufen, um dann bei 8km wieder umzudrehen.

Gut, dass ich die Strecke vorher nicht kannte, sonst hätte ich mich darauf nicht eingelassen :) Die Strecke wurde immer welliger und die Beine schwerer....oh jee.  Mir war wirklich eine kurze Zeit zum weinen zumute... Gut, dass Pascal hinten keine Augen hat!

Als es auf den Rückweg ging, war ich erleichtert. Von dann stieg die Motivation und ich merkte, dass meine Beine nach 10km endlich etwas lockerer wurden. Ich freute mich schon auf den Sprung in den Pool und das Frühstück. Nach 16km kamen wir wieder am Hotel an, ich mit der Erkenntnis "was für ein blöder Lauf, das mache ich nie wieder" und Pascal "hach, war das nicht schön?". Jaaa... Im nachhinein bereut man solche Läufe natürlich nie, immerhin kam dann noch ein 16km Lauf in 4:14' zustande.

 

Aber die Wärme schlauchte mich zunehmend und ich freute mich schon auf das kühlere Wetter in Deutschland. Dass daraus nichts wurde, ist ja bekannt. Ich hatte mich auf Mallorca in der Wärme wirklich ausgepowert und hoffte auf eine Entlastung zurück in Hamburg und eine Deutsche Meisterschaft bei netten 15-18 Grad.  In Deutschland war ich aber körperlich immer mehr müde, meine Beine immer noch schwer (jetzt wohl von der Wärmebelastung) und eine Besserung war nicht in Sicht.

 

10km DM in Hamburg

Ich hatte es befürchtet. Am Morgen der DM ging ich wie gewohnt 20 min spazieren und merkte sofort, dass das nicht meine Luft ist. Viel zu stickig, warm und schwül. Ich musste mich schon früh von meinem Vorhaben verabschieden, eine gute Platzierung zu erlaufen. Die kleinen Steigungen an der Alster waren gefühlt Berge, normalerweise habe ich im Wettkampf mit kleinen Steigungen eher keine Probleme, was natürlich am Glücksburg-Trainingsterrain liegt.  Letztendlich kam es mir am Ende nur noch darauf an, irgendwie ins Ziel zu kommen. Das kam ich in 37:02 min. "Immerhin noch schneller als letztes Jahr beim Alsterlauf", ermutigte mich Pascal, der übrigens in 31:04 min in den Top 20 landete.

 

Herbstluft im Anflug und ein guter Halbmarathon Test

Eine Woche später liefen wir in Otterndorf beim Küstenmarathon. Ich wollte den Lauf als Tempodauerlauf nutzen. Außerdem verbrachten wir ein nettes Wochenende in Otterndorf, machten einen Tagesausflug in das Klimahaus in Bremerhaven. Wer mehr über das Weltklima, aber auch an Themen wie Windenergie interessiert ist, sollte das Klimahaus unbedingt besuchen. Ebenso wird der Besucher auf "Weltreise" geschickt. Man geht durch unterschiedliche Länder und erlebt die Klimazonen hautnah. So startet man in der Schweiz, macht auch halt in der Wüste, im Regenwald, in Alaska und in der Antarktis. Auch hier bestätigte sich meine Theorie: Pudelwohl fühlte ich mich in der nachgebauten Antarktis, während ich Pascal aufgrund von Quängeleien doch am liebsten in die Wüste geschickt hätte, dort fühlt er sich deutlich wohler..

Der Halbmarathon beim Küstenmarathon lief erstaunlich gut. Das Wetter wurde kühler und ich lief dann schließlich 1:23:30 und fühlte mich zum ersten Mal seit Wochen wieder gut dabei. Nun freue ich mich übermorgen auf die Landesmeisterschaft im Halbmarathon, ehe ich dann eine 2-wöchige Laufpause einlege.

 

Ein Bericht über die Landesmeisterschaft und meine Pläne für die kommenden Monate folgt am Montag oder Dienstag!