Tschüss Winter- hallo neue Pläne!

Der Winter ist nun langsam wirklich vorbei und die Uni fängt bald wieder an.  Für mich ist das irgendwie immer wie eine Art Trennlinie. Auf einmal kommt da dieses Gefühl auf, dass alles sich neu ordnet und die Stimmungslage sich doch verändert. So ist das bei mir jedes Jahr- wie ein Frühjahrsputz im Kopf.  Oder wie ein Cut oder auch Neuanfang. Mein eigentlicher Plan, in den Semesterferien "voll durchzutrainieren" und mit gutem Gefühl zum Berlin Halbmarathon zu fahren ist an unterschiedlichen Umständen leider gescheitert. Die Ziele haben sich verschoben und ich merke, dass ich eher einen mentalen "Cut" brauche. Schon oft habe ich bemerkt, dass ich in den Semesterferien, wenn man (eigentlich) viel Zeit für Sport haben sollte, die Zeit eigentlich gar nicht da ist. Aber vielleicht ist das einfach auch nur bei mir so. Viele Dinge laufen bei mir gefühlt eh etwas anders:

Im Winter blühe ich so richtig auf, während andere sich schon über das fiese kalte Wetter beschweren. Ich mag die Läufe, wenn man so richtig durchgepustet und sauerstoffdurchflutet wieder Zuhause ankommt und unter die warme Dusche hüpft. Erfrischt fühle ich mich im Sommer nach Läufen eigentlich nie, eher wärmedurchflutet, überhitzt oder wie ich es sonst noch umschreiben könnte.  Ich liebe auf der einen Seite den Sommer (alles ist in Blüte, die Tage sind länger, die Sonne stimmt einen positiv), auf der anderen Seite ist es mir oft schlicht zu warm. Deshalb bin ich für meine Verhältnisse sehr oft im Winter in Topform und im Hochsommer eher nicht. Manchmal finde ich das selbst sehr schade, sind doch die ganzen tollen Straßenläufe eher in Richtung Sommer platziert.

 

Rückblick Winterlaufserie Drelsdorf

Der Umstand, dass ich im Wintersemester (November-Februar) sehr gut trainieren konnte, bescherte mir dieses Jahr bei der Winterlaufserie in Drelsdorf  überaus unerwartete Resultate (10km 36:59/ 15km 55:31 / 21,1km 1:19:27).  Mein Plan ist es gewesen, die Winterlaufserie mitzunehmen, dadurch gute Wettkampfhärte zu gewinnen und darauf aufbauend Anfang April den Berlin Halbmarathon auf Bestzeit zu laufen. Angestrebt hatte ich dort eine Zeit um 1:20 herum. Die Zeit bei dem  15km Lauf  hat mich jedoch verlockt den Halbmarathon in Drelsdorf auf unter 1:20 zu versuchen. Dass das geklappt hat, habe ich wirklich Pascal und den anderen Männern aus meiner Gruppe (Oke & Festus) zu verdanken. Alleine wäre das wohl kaum möglich gewesen, da an dem Tag gar nicht so  wenig Wind gewesen ist und die Strecke aufgrund des Profils auch nicht wirklich leicht war. Ich muss jedoch wirklich zugeben, dass ich nach der Winterlaufserie echt erstmal ein bisschen Pause benötigt habe. Das war mir jedoch schon vorher bewusst gewesen, weshalb ich auch alle Karten auf Drelsdorf gesetzt habe und wusste, dass ich eventuell mein Hauptziel dafür opfern muss (was ich bei dem Resultat gerne gemacht habe). Dass ich in Leverkusen vier Wochen später dann nochmals meine 10km Zeit deutlich unterbieten konnte (auf 36:16), kam für mich erneut etwas überraschend, da ich zuletzt gar nicht mehr so viel trainiert hatte. Rund um das Bayerkreuz war jedoch für mich fast mein persönliches Laufhighlight, der gesamte Lauf war ein Rausch und auf dem letzten Kilometer noch drei Frauen einzusammeln war für mich ein derartig neues Erlebnis. Dass es bei Pascal ebenfalls genauso lief war das I-Tüpfelchen. Zu Zweit freut man sich eben doppelt! Dieser Lauf hatte mir aber gezeigt, dass ich Anfang März wieder völlig regeneriert gewesen bin vom Halbmarathon und der Körper sich auch hervorragend angepasst hatte. Die Wochen davor lief es im Training nämlich eher träge.

 

Regeneration, neues Training als Weg zum Erfolg

Ich bin kein Fan von überzogenen Trainingsexzessen und weiß, dass man dem Körper nach einer längeren Belastungszeit auch ruhig mal etwas mehr Pause und Regeneration zugestehen muss. Generell glaube ich, dass wenn man sich mal einen Tag nicht so gut fühlt, es kein Weltuntergang ist, wenn man keinen Sport macht.  Ich selbst habe bisher im Training an mir selbst viel ausprobiert und bin bis jetzt zu dem Entschluss gekommen, dass weniger mehr ist (siehe Trainingspläne). Das mag sich sicherlich anders verhalten, wenn man für einen Marathon trainiert oder Profi ist. Ich bin jedoch keins von Beidem. Im Moment bin ich persönlich eher froh, dass ich mit weniger Kilometer und mehr Intensität nochmals einen Sprung von 2,5 Minuten über Halbmarathon und knapp 50 Sekunden über 10km machen konnte (Durchschnittliche Kilometer/pro Woche: 74).

Im Nachhinein betrachtet bin ich letztes und vorletztes Jahr viel zu viele "leere" Kilometer gelaufen, die mich nur müde gemacht haben. Aber auch da ist natürlich jeder anders. Der Eine braucht die Kilometer vielleicht und der Andere eher nicht. In meinem Fall möchte ich fast behaupten, dass ich nach drei Jahren ambitionierten Training einfach noch gar nicht so viel vertrage und die Steigerung der Kilometer zu "heftig" gewesen ist.

 

Neue Pläne

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich habe mich nach langem Hin-und Her dazu entschlossen, den Berlin Halbmarathon nicht mitzulaufen und stattdessen Pascal, der dort gerne unter 1:07 Stunden versuchen möchte, tatkräftig zu unterstützen. Seinen Einlauf zu bejubeln ist ja sowieso eine Seltenheit für mich, da wir in den meisten Fällen ja gemeinsam starten und ich dann nach seinem Einlauf noch einige Minütchen brauche bis ich selbst im Ziel bin ;) !  Zwar ist es dann am Tag X immer schade, wenn man dann "nur" am Rand steht,  aber der nächste Lauf kommt bestimmt! Für Pascal wird das ein richtiges Highlight, auf das wir uns beide sehr freuen. Ich persönlich habe mir für den April/Mai zwei Optionen gelassen: Option A ist im April sehr gut weiterzutrainieren, im Hinblick auf 10km (Landesmeisterschaft am 1. Mai und den einen oder anderen Straßenlauf in SH)  oder Option B : Die nächsten Wochen sehr gut für Halbmarathon trainieren  und eventuell der Start in Bad Liebenzell bei der deutschen Halbmarathonmeisterschaft.

 

Zunächst beginnt aber direkt einen Tag nach dem Berlin Halbmarathon wieder die Uni, worauf ich mich schon sehr freue! Besonders Geräteturnen wird für mich eine nette Herausforderung werden & ich hoffe, dass ich das Ganze heil überstehe (im BA habe ich mich beim Turnen leider zweifach verletzt Schulterauskugelung/ Überreizung des Sprunggelenks). Das Wichtigste ist aber das positive Denken, egal ob im Sport, im Beruf oder Studium :)

 

Das Foto stammt von Thomas Sobczak