Willkommen auf meiner Homepage! <3

Schön, dass du meine Seite besuchst! Ich habe diese Seite "ins Leben gerufen", weil ich Freude am Laufen, Schreiben und Layouten habe!

Wer sich also für die Welt der Training, Ernährung interessiert, ist hier goldrichtig! Alles, was ich aus der Trainingspraxis schreibe basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen, die ich hier gerne teile. Vielleicht findet der/die Eine oder der/die Andere hier Inspiration für das eigene Training. 

P.S. Danke an Marie für den coolen Website Banner, der ursprünglich mal von ihr für den Kiel Lauf 2012 als "Anfeuerungsplakat" gemalt wurde! 



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Der Status quo

Letzte Woche Samstag hat's gekribbelt. Die Trainingswoche war ganz gut, endlich mal wieder eine "normale" 70km Woche ohne große Probleme, ein langer, ruhiger Dauerlauf am Samstag, sprich 20km im 4:25er Schnitt, der mich voller Endorphine auf neue Ideen brachte und für einen klaren Kopf sorgte. Ich habe mich tatsächlich mal wieder nach dem Laufen wohl gefühlt.

Am Sonntagmorgen ging es direkt mit einer kleinen Tempoeinheit weiter, im Kopf war ich aber auch bei der gleichzeitig stattfindenden 10km DM in Bremen, bei der ich so gerne dabei gewesen wäre. Meine Lieblings-Tempoeinheit ist 3-4x1000m mit 4 Minuten Pausen und ziemlich hart an der Grenze gelaufen. Natürlich merkte ich sofort, dass mir die Tempohärte fehlt, das ich noch nicht vom Herz-Kreislauf-System so belastbar bin wie zu guten Zeiten. Aber wie auch? Man tendiert ja immer dazu dort weitermachen zu wollen, wo man vor der Pause aufgehört hat, aber das klappt bei mir eigentlich nur nach einer Saisonpause, die ziemlich genau im Wechsel von Sommerluft auf erfrischende Herbstluft liegt. Das gibt mir meistens einen Kick von 20%,  aber das ist wieder ein ganz anderes Thema, worüber ich gerne mal einen Blogartikel verfassen werde.

 

Hamburger Luft tut gut

Wir mögen den Alsterlauf. Wir mögen BMS und das ganze Drumherum. Kurz gesagt:  Die Läufer aus Hamburg sind richtig cool, da es mir aber ein bisschen wehtun würde, den schleswig-holsteinischen Leichtathletikverband zu verlassen, kommt vorerst ein Wechsel zu Hamburg Running (leider) nicht in Frage, auch wenn ich glaube, dass der Verein im Grunde für uns perfekt wäre.  Aber auch das ist ein anderes Thema!

Darum lieben wir es dort zu laufen, die Leute sind so entspannt und Karsten Schölermann und sein Team leisten immer ganze Arbeit. Eine Woche bevor der Startschuss an der Alster zum 29. Alsterlauf fallen sollte, bekam ich richtig Lust nach einem Jahr aussetzen mal wieder dort zu starten. Natürlich sollte der Lauf vorwiegend dazu dienen meinen aktuellen Leistungsstand herauszufinden, eine super schnelle Zeit sollte nach einem Monat Laufpause nicht das Ziel sein. Meine Erinnerungen an den Lauf sind hingegen geprägt von vielen Emotionen: 2014 habe ich dort zu viel gewollt und musste leider aufgeben. Bei Kilometer 7 bin ich aus dem Rennen raus, habe gemerkt, dass es aber total sinnlos ist, da ich an der Alster stand und es keinen schnelleren Weg ins Ziel gab als die Laufstrecke. Also bin ich enttäuscht ins Ziel gejoggt. 2015 bin ich dann PB gelaufen, es war so schöne kalte und klare Herbstluft und an diesen Lauf erinnere ich mich bis heute sehr gerne. Ein Jahr später habe ich dann wieder einen "aufs Dach bekommen", wir kamen direkt von Mallorca zurück, wo mich das Training in der Hitze im Vorwege schon stark belastet hatte. Meine Erwartungen, dass es in Deutschland kälter sein würde, haben sich nicht erfüllt. Folglich lief ich bei super schwüler Luft sehr enttäuscht ins Ziel. Leider war es dann auch gleichzeitig die DM, bei der ich dann leider deutlich unter meinen Möglichkeiten blieb.

 

Wettkampfmarotten

2018- neuer Versuch. Zu verlieren gab es ja nix. Somit gingen- Pascal, Tim Sommer und meine Wenigkeit- 2,5 km Richtung Start. Im Gepäck hatten wir unsere schnellen Nikes (ok, Tim hatte Adidas) und gute Laune. Ich nervte die Männer mit meinen endlosen Monologen über irgendwelche Dinge, die mich beschäftigten. Das Lustige ist, dass sich positive Aufregung bei mir und Pascal völlig unterschiedlich zeigt: Während ich 2-3 h vor dem Start (angeblich; oder besser gesagt: wirft man mir vor) in "Gelabber" ausbreche, ist Pascal die Ruhe in Person und für seine Verhältnisse recht still. Wenn er keinen "Mucks" mehr von sich gibt, dann weiß ich: Das ist Aufregung.

Am Start angekommen trafen wir auch gleich wieder auf Vici, mit der ich dieses Jahr schon in Leverkusen und Berlin zusammen gelaufen bin. Wobei der Lauf in Berlin ein abenteuerlicher Zickzacklauf über die Hauptverkehrsstraßen Berlins bedeutet.

Der Lauf heute sollte deutlich entspannter werden, denn die Hauptstraßen Hamburgs waren extra für die Läufer abgesperrt.

Natürlich erzählte ich Vici im Vorwege beim Schnacken, dass ich heute nur eine 37er Zeit erwarten würde. Im Nachhinein betrachtet hätte ich den Mund halten sollen. Aber dazu später.

 

Bergantritt vs. Endspurt

Der erste Kilometer war mit 3:19 min/km sehr schnell, wenngleich es auch ein wenig bergab ging. Ich merkte aber, dass es mir nicht sehr schwer fiel den ersten Kilometer so schnell zu laufen, so dass ich schon wusste, dass meine Verfassung so schlecht nicht sein konnte. Nach hinten heraus würde ich es aber ganz sicher merken. Da der Alsterlauf ein bisschen wellig ist, waren die Schnitte mal etwas besser, mal etwas schlechter. Vici hatte ich die ganze Zeit als Fixpunkt, da sie auf den ersten Kilometern immer ca. 100m vor mir lief. Die 5km Marke passierte ich nach gut 17:39 min, womit ich deutlich schneller unterwegs war, als ich erwartet hätte. Wobei man sagen muss, dass die ersten 5km auch die gefühlt etwas Leichteren sind. Das Schöne daran war auch, dass ich mich noch richtig gut fühlte und so begann allmählich die Aufholjagd. Meinen Mitläufer verlor ich leider bei Kilometer 7, da er nochmal recht deutlich das Tempo anzog, was für mich aber zu viel des Guten war, denn er wollte möglichst schnell in Vicis Gruppe.  Somit war ich dann auf mich allein gestellt. Als die Hügel auf der zweiten Hälfte kamen, konnte ich dann ein bisschen meine Stärken ausspielen und schaffte es immer dichter an Vici heranzulaufen, bis ich dann bei 9,2 Kilometer aufgeschlossen hatte. Am Berg musste ich ein bisschen Gas geben, das war meine einzige Möglichkeit Boden gut zu machen.

Zudem wusste ich, dass Anstiege ihre Schwächen sind (da macht sie aber auch kein Geheimnis draus). Dafür war mir aber auch bewusst, dass ich im Moment einfach nicht in der Verfassung bin einen Zielsprint hinzulegen, also hatte ich zumindest eine 50/50 Chance, dass meine Taktik mich am Berg abzusetzen, aufgehen würde. Leider hatte ich aber auch einen Gewissenskonflikt, da es einfach nicht die feine englische Art ist, im Vorwege zu erzählen, dass man in keiner guten Verfassung sei und man wäre froh, wenn man überhaupt eine 37er Zeit hinbekommen würde. Diese Person dann auf 35-Minuten Kurs "platt zu machen" gehört sich einfach nicht, schon gar nicht, wenn die Person eine gute Freundin ist. Insofern war ich froh, dass sich das Problem von selbst aufgelöst hat, als sie 200m vor dem Ziel einen derartigen Sprint eingelegt hat, so dass die Sache für mich erledigt war. Ich kam dann 5 Sekunden nach ihr ins Ziel mit einer 35:48 min und war einfach mehr als erstaunt, was mein Körper trotz der Strapazen der letzten Monate noch im Stande ist zu leisten. Insofern war mir meine Platzierung auch in dem Moment völlig unwichtig.

Im Ziel entschuldigte ich mich bei Vici, dass ich mich im Vorwege so falsch eingeschätzt habe. Ich glaube sie hat es mir zum Glück nicht übel genommen. Arroganz ist immer eine schlechte Eigenschaft und wenn ich sehe was auf Instagram so los ist bei den schleswig-holsteinischen Läuferinnen, dann schaudert's mir wie  Leistungen indirekt untereinander herabgewürdigt werden. Da bleibt mir nix anderes übrig als mich von dem Kram zu distanzieren und es gibt Momente, das gebe ich ehrlich zu, da würde ich einfach zu gern in den Hamburger Verband wechseln. Aber zurück zum Lauf:  Letztendlich freuten wir uns dann darüber beste und zweitbeste Deutsche zu sein.

Der Körper ist so ein komplexes Phänomen und ich finde es selber manchmal richtig schwierig Dinge richtig zu analysieren. Aber ich bin auf einem guten Weg, höre auf meinen Körper und denke, dass ich mich von Jahr zu Jahr immer besser einzuschätzen vermag! Ich bin jedoch selbst sehr erstaunt darüber, dass ich nach so einer langen Zeit mit Pause, lockeren Training und Yogaeinheiten immer noch auf einem für mich ganz ordentlichen Niveau bin. Das macht mich auf jeden Fall optimistisch für die Herbstsaison und vielleicht kommt dieses Jahr dann doch noch der eine oder andere Lauf auf die Liste, den ich bisher aufgrund meiner Saisonpause, die ja sonst immer im September bzw. Oktober lag, nie mitmachen konnte. Der Grand 10 in Berlin wäre auf jeden Fall nochmal ein attraktiver Lauf, den ich im Prinzip seit drei Jahren immer schon im Auge hatte.  Im Oktober geht es für uns nochmal nach London, wo wir dann eher auf kulinarische Entdeckungsreise gehen werden (und vielleicht plündern wir auch Nike Town!).

 

Pic by NDR.de